| Woher Kloster seinen Namen hat ist schnell und unverfänglich erklärt: schlicht und einfach von einem Zisterzienserkloster. Das Kloster verfiel mit der Zeit und wurde im Dreißigjährigen Krieg vollends zerstört. Kloster ist heute mit Heimatmuseum, Inselkirche und Hauptmann-Haus das kulturelle Zentrum auf Hiddensee, zugleich Seebad, Künstlerkolonie, Bauerndorf und Feriendomizil. Der Ortsteil Grieben mit seinen ungepflasterten Wegen und weißgetünchten Reetdachhäusern ist der älteste und kleinste Ort auf der Insel und seine uralten Feldsteinmauern erzählen aus der Slawenzeit. Nördlich von Kloster erstreckt sich der Ort mit dem bäuerlichen Charakter entlang des Boddens bis zum sogenannten Enddorn hin. Nachdem am 17. Juli 1887 erstmals der Dampfer „Germania“ während einer Extrafahrt mit großem Brimborium den Hafen in Kloster auf Hiddensee erreicht und ab dem Juli 1892 der Salon- und Postdampfer „Caprivi“ dann Kloster in seine reguläre Route aufgenommen hatte, hielt sich die Zahl der Urlauber noch in Grenzen, denn Öko und Bio waren damals gerade nicht in. Der Zeitgeist verlangte nach prunkvollen Strandpromenaden, Kurhäusern, vergnüglicher konzertaler Unterhaltung und züchtiger sportliche Betätigung, wie etwa Tennis. Das alles gab es schlicht auf Hiddensee nicht, doch die äußerst reizvolle Landschaft in Verbindung mit der fast meditativen Ruhe lockte jedoch schon bald nicht nur zivilisationsgestreßte Großstädter auf die Insel. Besonders die den schönen Künsten erlegenen Mitmenschen wie Schriftsteller, Dichter, Poeten, Maler und Schauspieler, begründeten, und das ist noch immer so, nach Ende des ersten Weltkrieges Hiddensees Ruf als Künstlerinsel. Das stellte sich als der erste Teil des sagenhaften Hiddenseer Goldschmucks heraus, von dem bis 1874 noch weitere Teile geborgen wurden. Der äußerst wertvolle Schatz aus der Wikingerzeit soll im 10. Jahrhundert auf Jütland hergestellt worden sein und ist heute im Kulturhistorischen Museum Stralsund zu bewundern. Wie alle Inseln hat Hiddensee natürlich auch seinen Leuchtturm. Der steht seit weit über 100 Jahren nördlich des Dornbuschwaldes auf dem Schluckwieksberg und weist heute mittels moderner Computer Schiffen aus allen Himmelsrichtungen bei jedem Wetter den rechten Weg. Leuchttürme allein reichen ja sonst schon für Wahrzeichenstatus, aber auf Hiddensee ist ja alles etwas anders. Da ist es kaum verwunderlich, daß der Leuchtturm am Rande des Dornbusch erst seit einigen Jahren so richtig in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt ist, und zwar genau seit dem Zeitpunkt, als ein gewisser Meteorologe namens Stefan Kreibohm zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen allabendlich im NDR-Nordmagazin mit fellbezogenem Mikrofon in der Hand das Wetter für Mecklenburg-Vorpommern vorhersagt. Und das, meint die Volksseele im Norden, sei die einzig zuverlässige Wettervorhersage seit Anerkennung der Meteorologie als Wissenschaft!
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