| Im Meereseinschnitt des Greifswalder Boddens, durch die Insel Rügen im nördlichen Teil und östlich durch die wunderschöne Insel Vilm eingerahmt, präsentiert sich das Ostseebad Lubmin zwischen Kiefernwald und Lubminer Heide mit reizvollem Charme sowie der erstaunlichen Anziehungskraft vorpommerscher Küstenlandschaft. Im Jahre 1271 wurde der Ort erstmals als Lubbemyn, aus der slawischen Linguistik stammend „Ort des Luboma“, erwähnt. Zu dieser Zeit errichteten die Küstenbewohner überall im Land Kirchen und Klöster. Lubmin gehörte dem Greifswalder Kloster Eldena an, wurde jedoch zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert den Familien Spandow und von Dowe zugesprochen. Der Ort bestand damals auf 25 Holzhufen, sechs Katen und einer Mühle. Der Besitz ging im 17. Jahrhundert auf den schwedischen Feldmarschall Wrangler über und Jahrzehnte später griff Vater Staat auf das Territorium zu. Eine wichtige wirtschaftliche Rolle spielte damals bereits die Fischerei, welche aber erst im 19. Jahrhundert ernsthaft anerkannt und somit hauptberuflich ausübt wurde. Es entstanden neben bäuerlich und landwirtschaftlich geprägten Ortschaften jetzt auch Fischersiedlungen. Lubmin eignete sich von Alters her durch die günstige Lage am Bodden hervorragend als Badeort. Im Jahre 1893 erschlossen sich durch die Verbindung an die Chaussee von Greifswald nach Wolgast und bereits zwei Jahre später mit der Eröffnung des Warmbades weiter bädertechnische Möglichkeiten. Schnell hatte sich herumgesprochen, daß mit angewärmtem Meerwasser eine besonders wohltuende Wirkung für Leib und Seele zu erzielen ist. Separat betriebene Herren- und Damenbäder, die aber zu Kaisers Zeiten der sogenannten Oberschicht vorbehalten war, brachte weiteren Schwung in den Bädertourismus dieser Epoche. Die Eröffnung der Kleinbahnstrecke Greifswald-Wolgast im Jahre 1898, die Lubmin tangierte, kurbelte den Fremdenverkehr weiter an. Vor dergleichen Konjunktur zeigte Mutter Natur während der großen Sturmflut zur Jahreswende 1913/14 keinerlei Respekt und überschwemmte kurzerhand das Herrenbad. Die starken Stürme und heftigen Regenschauern vervollständigten das Zerstörungswerk in Lubmin, was dem unaufhaltsam einsetzenden Bauboom keinen Abbruch tat. Überall im Ort entstanden Hotels, Pensionen oder Ferienhäuser für die Belebung des Tourismus. Die stattliche 245 Meter lange Seebrücke ziert seit 1928 die Kataloge des Ostseebades und ermöglichte fortan den Dampferverkehr nach Greifswald und der Insel Rügen. Zum beliebtesten Ausflugs- und Erholungsziel avanciert die 1933 errichtete großartige Strandpromenade. Sie ist attraktiver Blickfang zwischen den sehenswerten eleganten alten Villen, dem herrlichen Kiefernwald und dem unendlich langen weißen Sandstrand. Traumhafte Sonnenuntergänge tauchen an vielen Sommertagen den sagenhaften Teufelsstein im Ostseewasser in ein bizarr-schönes Licht. Der Teufelsstein ist mit seinen 32 Kubikmetern, 6,3 Metern Länge und einem Umfang von 16,8 Metern ein schiffsförmiger Granit, der vom Strand aus gesehen in westlicher Richtung zu finden ist. Sein uralter, unverrückbarer Standort, ist dokumentarischer Fixpunkt für den stetigen Uferrückgang an diesem Küstenabschnitt. Aufgrund seiner heimatkundlichen und wissenschaftlichen Bedeutung ist er heute ausgewiesenes Naturdenkmal. Beliebt sind bei Gästen und Besuchern Abstecher zu den kleinen Dörfern Freest, Spandowerhagen und Kröslin zwischen Lubmin und Wolgast. Die jüngste Neugestaltung der Hafenanlagen steht nicht nur symbolisch für die Erhaltung stolzer Fischereitraditionen, sondern hat auch für Hobbyskipper einen praktischen Wert. Einblicke in die schwere tägliche Arbeit eines Fischers, ob beim Anlanden des Fanges, beim Auspucken oder beim Flicken der Netze, ist hier ausdrücklich erwünscht. Die Zeit für einen Abstecher zu der beliebten Freester Heimatstube, wo Hausrat aus Großmutter´s Zeiten oder feine Brücken und Wandteppiche, die aus Zweifisch oder Dreifischmotiven bestehen, zu sehen sind, sollte in keiner Urlaubsplanung fehlen. Hobbyangler können ihrer Leidenschaft von Loissin bis Struck in fischreichen Gewässern intensivst frönen: beliebt für die Jagd auf große Boddenhechte, Zander, Aal, Rotaugen oder Hornhechte. Sport der Extraklasse gibt es im Winter beim Eisangeln und Eisbaden. Der „Club der Seehunde“ zeigt immer dann, wenn Otto-Normalbürger sich Frostbeulen friert, wie man trotzdem ein erfrischendes Bad nehmen kann und sich danach wie neugeboren fühlt! |