Fährt man auf der Bäderstraße von Dierhagen in Richtung Wustrow, sieht man schon von weitem an der Boddenseite das Wustrower Wahrzeichen, die große Kirche mit der Aussichtsgalerie, von der man einen wunderbaren Blick von oben auf die beeindruckende Landschaft genießen kann. Von der Kirche aus, in der auch Konzerte stattfinden, kommt man rechterhand zum idyllischen Fischländer Hafen. Hier gibt es frischen Räucherfisch aus dem Ofen und die Möglichkeit zu Boddenrundfahrten in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft mit MS „Ostseebad Wustrow“. Der „Boddenkieker“ verkehrt als Linienschiff zwischen Ribnitz-Damgarten und Wustrow. Beliebtes Volksfest ist die traditionsreiche Wustrower Zeesbootregatta am ersten Wochenende im Juli, eine Segelwettfahrt im Bodden. Die Zeesen mit den typischen braunen Segeln, Schleppnetzboote, wurden einst zum Fischen in den Boddengewässern genutzt. In den 1960er Jahren wurden sie durch moderne Kutter ersetzt. Heute sind die alten Boote eine touristische Attraktion und werden liebevoll von Enthusiasten gepflegt. Regatten gibt es u.a. in Bodstedt an der südlichen Boddenseite, dort hat auch der Verein Zeesboot-Traditionshafen e.V. seinen Sitz, in Barth, in Dierhagen und jeweils am dritten September -Samstag zum Saisonende im Ahrenshooper Hafen Althagen. Der Begriff Zeese stammt vermutlich aus dem Slawischen und bedeutet „Sack am Fischernetz“. Vom Hafen aus gelangt man am besten per pedes oder Fahrrad zum malerischen denkmalgeschützten Ortsteil Barnstorf mit weiten Boddenwiesen und den imposanten rohrgedeckten ehemaligen Bauerngehöften. Hier kann man im Winter mit etwas Glück noch bei der Schilfernte, dem Rohrwerben, zusehen. Besonderer Tipp ist die Kunstscheune Eymael mit dem schönen Bauerngarten und den allsommerlichen- und Weihnachtsausstellungen. Ebenfalls auf der Boddenseite von Wustrow ist das Fischlandhaus zu finden, ein typischer rohrgedeckter Katen, wo von Juni bis September Lesungen, Konzerte, Kabarett und ganzjährig wechselnde Kunstausstellungen stattfinden. Die Fischlandsauna präsentiert sich als erste sibirische Erdsauna in Deutschland. Empfehlenswert ist direkt an der Hauptstraße die „Bücherstube Fischland“ mit einem gut sortierten Angebot. Links von der Bäderstraße auf der Ostseeseite bildet am Deich die Skulpturengruppe „Das Tor zum Jahr 2000“ von Künstlern der Region ein neues Wahrzeichen. Weithin sichtbar auch die ehemalige Seefahrtsschule Warnemünde-Wustrow, gegründet 1896. Hier fanden zu DDR-Zeiten die ersten Semester des Schiffsingenieurstudiums statt., nach der Wende wurde die Schule geschlossen und harrt seither einer neuen Bestimmung. Wustrow kann auf sehr alte seemännische Traditionen zurückblicken. Die Blütezeit der Segelschifffahrt auf dem Fischland mit großer Fahrt über alle Weltmeere dauerte etwa von 1760-1875. In jener Zeit wurden wohl fast alle Fischländer Jungen nach der Konfirmation Schiffsjunge. Die Fischländer Flotte, die mit der machtvollen Rostocker Handelsflotte eng verbunden war, bestand vorwiegend aus großen, überseeischen Schiffstypen, wie Briggschiffen, Barken, Fregatten und Dreimastschonern, während auf dem Darß und Zingst kleinere Jachten, bescheidene Schoner und Schaluppen dominierten. Der ehemalige Seefahrerort Wustrow ist heute noch geprägt durch die alten Kapitänshäuser, die von den Glanzzeiten der Segelschifffahrt künden, und durch eine relativ behutsame Neubebauung mit Hotels und Ferienhäusern im ortsangepassten Stil, häufig mit Rohrdächern. Der Name Wustrow stammt vom slawischen „Swante Wustrow“, Synonym für „Heilige Insel“. Vermutlich dort, wo heute die Kirche steht, soll sich ein Heiligtum der Slawen befunden haben. Auf dem Weg zu der nach 1990 wieder aufgebauten Seebrücke kommt man auch an der 1906 errichteten Seenotstation vorbei. In einer Nebenstraße, in der „Fischerwiege“, bietet die Küche feine regionale Fischspezialitäten an. Der „Sonnenhof“ lädt mit großem Biergarten, Schwimmbad und Hydro-Jet ein. Der Ostseestrand ist weitläufig, feinsandig und das Wasser von bester Badequalität wie überall auf der Halbinsel. Sehr gute Möglichkeiten bestehen zum Fahrradfahren, Inline Skaten, Surfen, Segeln und Angeln. Es gibt ein Surfcenter, das von Ostern bis September geöffnet ist Empfehlenswert ist die Ferienhaussiedlung „Strandperlen“ nahe der Ostsee, exklusive Ferienwohnungen vermieten die Fischländer Ferienimmobilien. Direkt an der Seebrücke kann man in zwei Cafe-Restaurants den Blick auf die weite See genießen. Übrigens stellt die Grenze zwischen Fischland und Darß der Ahrenshooper Grenzweg und der boddenseitige Grenzgraben dar. Beide markieren zugleich die Landesgrenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern.
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