Zingst ist das jüngste Ostseeheilbad Mecklenburg-Vorpommerns. Es liegt inmitten des Nationalparks, ist geprägt durch klares Meerwasser mit einem etwa 20 Kilometer langen feinsandigen Strand, jodhaltiger reiner Seeluft und dem milden Reizklima. Mit über 3000 Einwohnern und etwa 10.000 Gästebetten ist Zingst heute der größte und vom Flair wohl mondänste Ort der Halbinselkette. Hier sind diverse Gesundheits- und Kurangebote zu finden, u.a. eine Mutter- Kind- Kurklinik und ein Mutter- Kind- Kurheim. 1997 wurde ein modernes Kurmittelzentrum eröffnet. Kulturelles Zentrum ist das neu erbaute Kurhaus mit wechselnden Ausstellungen, Kleinkunst u.a.. Kulturelle Veranstaltungen finden auch im Zingster Heimatmuseum statt. Empfehlenswert ist die „Pommernstube“ neben dem Museum mit Naturprodukten, Textilien, Keramik und Kreativkursen. Alljährlich zu Ostern veranstaltet die Kur- und Tourismus GmbH die Zingster Klaviertage, im Oktober 2004 finden die Tage der zeitgenössischen Musik statt. Zingst entwickelt sich gegenwärtig zu einem Ort der Fotografie, es gibt mehrere Fotogalerien und diverse Ausstellungen. Vom Hafen führt eine Flaniermeile zur Seebrücke. Vom Zingster Hafen aus sind Boddenrundfahrten mit MS „Störtebeker „durch den Nationalpark möglich, ebenso Tages- Schiffsausflüge mit MS Schaprode und MS Sundevit nach Hiddensee. Im September und Òktober finden außerdem abendliche Mondscheinfahrten mit Kranichbeobachtung statt. Zwischen Zingst und Barth besteht Fährverkehr, montags fährt von Zingst ein Schiff nach Stralsund. MS Swantevit verkehrt zwischen Zingst, Ahrenshoop und Ribnitz. Der Ortsname stammt vermutlich vom slawischen „seno“ = Heu oder von „Umzingeln“. Vor der großen Sturmflut von 1872, als der Prerowstrom noch Bodden und See verband, war Zingst eine Insel, der Darß hingegen eine Halbinsel. Die Bewohner lebten von Fischfang, Seefahrt und Landwirtschaft. Zingst liegt wie Prerow zwischen Meer und Bodden, an einer der schmalsten Stellen der Halbinsel, die Verbindung zum Festland ist die Meiningenbrücke von Bresewitz nach Timmenort. Die Meiningenbrücke ist täglich um 9.30 Uhr und 19.30 Uhr ca. eine halbe Stunde für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Zingst ist relativ waldarm, jedoch ist die Umgebung reizvoll, der Freesenbruch gen Westen, das Wiesengebiet am alten Wasserlauf der Straminke, im Osten der Osterwald und der kleine Forst Straminke. Von Mitte September bis Ende Oktober bietet sich dem Naturfreund alljährlich ein grandioses Naturschauspiel dar, wenn Tausende Kraniche und andere Zugvögel auf den vorgelagerten Inseln und Salzgraswiesen des Ortes rasten, um hier Kraft für den anstrengenden Weiterflug nach Süden zu sammeln. Der Zingster Strom wird im Süden von der Insel Kirr und der Oie begrenzt. Aus Zingst stammt die Heimatdichterin Martha Müller-Grählert (1876-1939). Sie ist die Verfasserin des bekannten Liedes „Wo de Ostseewellen...“. Sie kehrte im Alter wieder nach Zingst zurück und starb in wirtschaftlicher Not. Ebenfalls in Zingst lebte zeitweise der Berliner Maler, Karikaturist und Buchillustrator Kurt Klamann (1907-1984), bekannt durch den „Eulenspiegel“. In der Schifferhaus-Galerie sind Arbeiten von ihm und seinem Sohn Thomas, ebenfalls Maler, zu sehen. Tipp: - Informationszentrum Sundische Wiese – Ausgangspunkt für Wanderungen nach Pramort mit Blick auf das Windwatt (Pramort und Darßer Ort bilden die Endpunkte der Halbinsel Fischland- Darß – Zingst) - Kunst auf Schienen am Bahnhof Bresewitz mit Veranstaltungen, Ausstellungen in einem ausrangierten Eisenbahnwaggon
|