Das heutige Ostseebad Zinnowitz gehörte im Jahre 1309 des Herr dem Zisterziensernonnenklosters in Krummin an und erfuhr zu diesem Zeitpunkt in einer Schenkungsurkunde, die Herzog Bogislav IV. bestätigte, seine rechtliche Erwähnung. Benannt ist die Siedlung seinerzeit mit dem wendischen Namen Tzys, was wohl nichts weiter als getrocknetes Gras oder gleichbedeutend für Heu steht. Zweieinhalb Jahrhunderte später löste sich das Kloster Krummin auf und ging wieder in den Besitz des Herzogs über. Aus bekanntem Grund wird 1648 Vorpommern dem Königreich Schwedens zugeteilt. Unter Führung der „Wikinger“ änderte sich der alte wendische Name Tzys in Zitz. Im 17. Jahrhundert kam Schwung ist das bis dato beschauliche Heudörflein und die Ergebnisse einer getätigten Landvermessungen fanden sich in sogenannten „Matrikeln“ wieder. Das älteste Kataster besitzt die Ausführungen des 1693 vermessenen Zitz: „Dieses Dorf gehört im Hinblick auf seinen Dienst wie Kirchgang zu Krummin. Dessen Grenzverlauf betreffend, so liegt dieser zwischen beiden Gewässern, näher zu dem großen Salzhaff und zum Süden gegen das Acterwater samt einem Graben zwischen Netzelkow und Neuendorf auf Gnitzerland“. Dann schlug der Amtsschimmel erbarmungslos zu: die Einwohner des Ortes wurden aufgelistet und im Jahre 1751 bekam Zitz per preußischem Gewaltakt den heutigen Namen Zinnowitz verordnet. Dann dauerte es noch rund 150 Jahre bis es mit dem Heu wohl endgültig vorbei war und das idyllisch gelegene Örtchen in den profitablen Strudel der sich überall an der Ostsee entwickelnden Ostseebäder geriet. Synonym dafür ist neben der beeindruckenden Bäderarchitektur der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts die herrliche Strandpromenade sowie die 500 Meter lange, im Jahre 1909 erbaute Vineta-Seebrücke. Viele schmucke Pensionen und prachtvolle Villen im Gründerstil entsprangen in dieser Ära dem sonst so unscheinbaren Badeort. In dem direkt am Ostseestrand gelegenen Hotel Preußenhof residiert heute ein Bademuseum, welches zahlreiche Exponate zur Geschichte und Entwicklung des Badebetriebes zeigt. Viele attraktive und interessante Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, der Kultur und Geschichte sind in und rund um Zinnowitz möglich. So kann man am Ortseingang von Lütow eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten auf dem Gnitz besichtigen oder auf den Spuren unendlicher Mahlsteine wandeln, die auf dem Friedhof im nahen Morgenitz zu finden sind. Das Ehrenmal für die Opfer des Haftlagers Peenemünde erinnert an eine unrühmliche Epoche deutscher Geschichte in diesem Landstrich. Auch das Rungehaus in Wolgast ist auf jeden Fall eine Erlebnisreise wert. Das Haus, 1750 erbaut, blieb in seinem Ursprung genau so erhalten, wie seine lange und spannende Geschichte. Weitere Sensationen, die es unbedingt zu entdecken gilt, sind das Mellenthiner Wasserschloß, das Zweiradmuseum in Dargen und das Schloß Pudagla. Die weitgehend unberührte Natur lädt zu Fuß- und Radfahrwanderungen durch prächtige Baumalleen, Kiefer-und Laubwälder und natürlich zu ausgedehnten Strandspaziergängen ein. Gästen und Besuchern erschließt sich ein bezauberndes, reizvolles Hinterland. Das gesunde Küstenklima fördert die Motivation und den Tatendrang von Besuchern wie Ortsansässigen. Viele sichtbare und weniger auffällige bauliche Mosaiksteine erinnern an den Stil der 20er und 30er Jahre. Interessant im imposanten Escheinungsbild des Ortes ist die harmonisch abwechslungsreiche Architektur mit den vielseitigen Kuranlagen der ansässigen Hotels und gastronomischen Einrichtungen. Ein breites Spektrum von Tradition und Moderne geben so auch diesem Seebad sein unverwechselbares Flair und wohl nicht umsonst darf sich Zinnowitz seit 1976 „Staatlich anerkannter Kur- und Erholungsort“ nennen. bekam das Ostseebad Zinnowitz 1976 auf Grund seiner verliehen. Kultureller Höhepunkt in jedem Jahr sind die Vineta-Festspiele, deren historischer Ursprung auf eine auf einer Legende basiert: An einem Ostermorgen hütete ein Schäferjunge am Strand von Koserow seine Herde. Gedankenversunken auf die rauhe See blickend, sieht er plötzlich die einst versunkene alte Stadt Vineta aus den Fluten, in ihrer ganzen Schönheit und Herrlichkeit, emporsteigen...
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